Kapitalsuche, Banken, Förderungen und Startschwierigkeiten

Als GründerIn eines Unternehmens braucht man logischerweise eine Hausbank, über die dann alle finanziellen Geschäfte laufen. Das dachten wir natürlich auch und traten in Aktion.

In unserer „Naivität“ gingen wir davon aus, dass es total einfach ist, eine Hausbank zu finden. In unserer Vorstellung und mit Blick auf unser Selbstverständnis von DELIST als nachhaltiges Unternehmen sollte die Bank natürlich diese Werte teilen. Bei unserer Suche haben wir die EthikBank und die GLS Bank gefunden. Leider arbeiten diese Banken nicht mit Förderprogrammen zusammen. Schade, denn gerade zum Start braucht man eine Förderung, damit man das nötige Kapital zum Start sammeln kann.

Auf den Veranstaltungen des Businessplanwettbewerb im letzten Jahr haben die IBB, ILB, KfW und alle möglichen Landes- und Bundesministerien mit ihren Förderprogrammen geworben, so dann man als GründerIn den Eindruck bekommen konnte, dass es total einfach ist, solche Fördertöpfe anzuzapfen.

Was sie einem jedoch nicht deutlich genug dabei erzählt haben ist es, wie schwer man überhaupt eine Hausbank findet, um mit dieser dann eine Förderung zu beantragen.

Selbst die „üblichen Verdächtigen“ wie Sparkasse, Volksbank, Deutsche Bank, Commerzbank etc. unterstützen nicht ohne Hürden bei Förderungen und dem Start des Unternehmens. Auf den Webseiten wird viel Unterstützung bei Gründungen versprochen, die Realität ist aber deutlich komplizierter. Unterm Strich stellten wir fest: Hat man noch keine Investoren, umfangreiche eigene Geldmittel und schon erste Umsätze oder man ist kein Student, der aus der Universität heraus gründet, steht man erstmal im Regen.

Für uns von DELIST entsteht so langsam der Eindruck, dass all diese Banken ohnehin genug Kunden haben und auf Gründende, die Förderungen beantragen wollen, keine Lust haben. Das kann natürlich auch darin liegen, dass die Banken an dem Durchreichen der Fördergelder zu wenig verdienen, aber viel Arbeit bei der Beantragung haben.

Da stellt sich uns dann wirklich die Frage, ob Berlin zu Recht die Stadt der Startups genannt werden kann, wie es das Stadtmarketing immer tut, oder ob sie diesen Titel zu Unrecht trägt. Natürlich werden wir trotz all dieser Startschwierigkeiten in nächster Zeit auch „unsere“ Bank finden und dann ausgestattet mit dem nötigen Kapital zeigen, dass Berlin weiterhin seine Gründerzeit hat.